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projektbeschrieb

 

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Der Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft ist der Wandel der Produktionsmittel. In einer Ökonomie, deren Mehrwertproduktion auf Wissen, Identitaet und Entscheidung basiert,  gewinnen künstlerische Produktionsweisen an Bedeutung und halten Einzug in den Ausbildungskanon wirtschaftswissenschaftlicher Fakultäten. Gleichsam kommt es immer wieder zu Kooperationen zwischen Künstlern und Unternehmen, die weniger auf die Herstellung von Werken abzielen, sondern auf dem Austausch, der Implementierung von künstlerischen Strategien in unternehmerische Organisationen basieren. Das Forschungsprojekt kunst und wirtschaft / art in company beschäftigt sich mit diesen Arbeitsformen aus der Perspektive der Kunst: 

Das Forschungsprojekt sammelt, dokumentiert und sortiert Kooperationen.

Das Forschungsprojekt entwickelt, veröffentlicht und strukturiert ein Netzwerk, als Informations-, Bildungs-, Forschungs- und Kooperationsbasis.

Das Forschungsprojekt initiiert, begleitet und evaluiert Kooperationsprojekte.

kunst und wirtschaft / art in company lotet die Möglichkeiten einer Kunst aus, die sich Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung, der Nützlichkeit und der Relevanz stellt und dabei eine Revision des Begriffes Angewandte Kunst versucht.

Kunst und Wirtschaft sind direkt und untrennbar miteinander verbunden. Es handelt sich dabei um unterschiedliche Betrachtungsperspektiven und Produktionsweisen von Kultur, die sich allerdings – vor allem in der Moderne – als voneinander unterschiedene Bereiche oder Disziplinen konstruiert haben. Das Paradigma einer autonomen Kunst lud den Begriff Kunst mit Zuschreibungen wie Freiheit, Moral, Schöpfertum, Genialität, usw. derart auf, das Kunst nur in Opposition zu einer, scheinbar ausschließlich auf Gewinnmaximierung zielenden Ökonomie gedacht wurde. Immer wieder stattfindende Kooperation zwischen Kunst und Wirtschaft wurden dementsprechend als Ausnahmen, als Grenzgänge gewertet, deren Innovationspotenzial bereits darin läge überhaupt vollzogen worden zu sein.

Wirtschaft als die Gesamtheit der Einrichtungen, wirtschaftlich nutzbarer Gegebenheiten (z.B. Produktionsfaktoren), Maßnahmen und Tätigkeiten mit dem Ziel der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse an Waren und Dienstleistungen hat sich in den letzten 30 Jahren fundamental gewandelt. Wissen, Identität und Kritik sind die zentralen Produktionsfaktoren. 

Der Übergang von einem Produktionsmittel zu einem anderen ist zwingend mit einem radikalen gesellschaftlichen Wandel verbunden. Die sozialräumliche Neuordnung berührt die gesamte Gesellschaft und zwingt zu einer radikalen Revision der bestehenden Kulturverständnisse. An diesem Punkt ist das Verhältnis von Kunst und Wirtschaft in einem veränderten Licht zu bewerten: Kunst und Wirtschaft nehmen für sich in Anspruch Kultur zu produzieren. Vor allem die Kunst verabschiedete sich in dieser Phase von der Autonomiebehauptung und reflektiert sich in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und Relevanz. Aus der Perspektive der Wirtschaft wird die künstlerische Praxis als eine Kompetenz begriffen, ist doch die eigenverantwortliche, aus sich selbst schöpfende, kreative Entscheidungskompetenz, die der Kunst zugeschrieben wird, eine bereits offensichtliche Anforderungen der Wissensökonomie an ihre Arbeitnehmer. Es ist also nicht verwunderlich, das sowohl im Bereich der Personalentwicklung, des Marketings, als auch der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten die Durchdringung mit Kunst, Künstlern und künstlerischen Praxis zunimmt.

Gibt es vergleichsweise viele Betrachtungen des Themenfeldes von Seiten der Wirtschaft, so ist die Analyse dieses Spannungsfeldes von Seiten der Kunst bereits sehr viel dünner besetzt – eine Vermittlung oder gar eine Maklerfunktion fehlt auf beiden Seiten nahezu ganz!

An diesem Punkt versucht das Forschungsprojekt kunst und wirtschaft / art in company mit seinen grundsätzlichen Forschungsfragen anzusetzen:

Ist Kunst für die gesellschaftliche Gestaltung nützlich?

Wie sieht eine angewandte Kunst aus, die sich in der Tradition der Kontext-Kunst steht und sich als gesellschaftlich verantwortlich, relevant und nützlich begreift?

Welche institutionellen Rahmenbedingungen, Bezugssysteme und Vermittlungsformen braucht eine Relevanz behauptende Kunst?

kunst und wirtschaft / art in company nähert sich diesen Fragen in drei Schritten und verengt das Themenfeld auf  Kooperationen zwischen Künstlern, Künstlergruppen der bildenden und darstellenden Künste und Unternehmen, Organisationen unterschiedlicher Branchen. Das Thema Sponsoring soll dabei weitestgehend ausgeklammert werden.