...ökonomische Kultur
Wie kommt ein Volkswirt dazu eine Zeitschrift wie LIVING zu machen, die sich mit Kultur und Ökonomie beschäftigt und heute beratend für z.B. Sony im Bereich von langfristigen Kulturprogrammen tätig zu sein? Soetwas ergibt sich bestenfalls dann, wenn man sich für Politik, Gesellschaft und Kultur insgesamt interessiert. Ich bin Diplom-Betriebswirt und habe mein 1. und 2. Staatsexamen für das höhere Lehramt - meine berufliche Karriere begann in Braunschweig als Studienrat. Immer wenn ich das Gefühle hatte ein bestimmtes Thema ausgiebig und erschöpfend behandelt zu haben, dachte ich daß ich mich einem neuen Thema widmen müsse und meistens hat sich dann einfach irgendwie etwas ergeben.
Der Schuldienst war in seiner Perspektive für mich sehr begrenzt, der Ausblick als Beamter auf Lebenszeit schon am Anfang um sein Pensionsdatum zu wissen frustrierte mich und gab mir den Schub mich weiter zu orientieren, denn ich wollte selbständig an interessanten Themen arbeiten. Mich interessierte vor allem im Gegensatz zum begrenzten Dasein als Beamter oder Betriebswirt, die lebendige Szene der Architektur, des Design und der Kunst. So bin ich letztlich zu dem gekommen was ich jetzt mache, wobei dies sicher auch kein Endpunkt ist, sondern die fließende Auseinandersetzung mit dem was unser Leben und unsere Gesellschaft bestimmt.
Um es auf einen Kern zu bringen: Mich interessieren Partnerschaften und Grenzüberschreitungen - sozusagen in den Kochtopf des anderen zu schauen. Ich bin in den 50ern und 60ern sozialisiert und mich hat Eingrenzung immer auch körperlich berührt, dieses Das-geht-Dich-nichts-an, das Ausfüllen von vorgezeichneten Wegen. Das was ich tue ist ganz stark durch persönliche Interessen und Leidenschaften geprägt; es findet sich viel spannendes in der Ökonomie und in der Kultur - wenn man genau hinschaut sind das eigentlich Kehrseiten ein und der selben Medaille: Es kann keine prosperierende Ökonomie geben ohne Kultur geben und umgekehrt. Vor dem Hintergrund, das es seit dem Mauerfall nur noch eine Ökonomie gibt, muß man von der Wirtschaft einfach mehr verlangen als das was sich so modisch hinter Begriffen wie Sharholdervalue versteckt.Würden Sie sich als ehemaliger Studienrat mit der Idee einer gesellschaftlichen Verantwortung auch heute noch als Vermittler begreifen und wenn ja, als Vermittler zwischen was?
Natürlich, insofern bin ich mir eigentlich immer treu geblieben. Der Wunsch Lehrer zu werden, war damals schon aus dem Interesse geboren eine sinnvolle Arbeit zu tun, Erfahrungen weiter zu geben und im Dialog mit Jugendlichen an einem stetigen Wandel teilzuhaben. Im besten Fall würde ich mich als Medium verstehen, denn das was ich schaffe ist eigentlich Vorhandenes in eine sinnvolle Kombination zu bringen - das ist für mich das Neue. Bei der ständigen Suche nach dem Neuen, werden wir nicht fortwährend die Erfindung der Atombombe erwarten können. Heute geht es darum die Summe der Erkenntnisse, die atomisiert auseinanderstrebt, immer wieder an konkreten Projekten zusammen zu fassen und dadurch das eigentlich Neue zu schaffen.
Ich versuche Unternehmen als lebendige Organisationen zu begreifen, die sich nicht nur einem einzigen Zweck, nämlich ökonomisch erfolgreich zu sein, verschreiben. Wirtschaft wird durch Menschen gemacht und Menschen sind die Summe vieler Interessen, die auch in einem Unternehmen zum Ausdruck kommen. Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens in Unternehmen und es geht darum das Leben als ökonomisch und das ökonomische als kulturell prägend zu verstehen.
Wir haben zum Beispiel mit Sony zusammen ein Kulturprogramm erarbeitet, das von den Tätigkeiten und Produkten ausgehend, die Frage stellt: Was bewirkt das Produkt im Verlaufe seines Lebens innerhalb der Gesellschaft? Wenn Sony sich als führendes Multimedia Unternehmen begreifen will, muß man eben auch fragen: Was für Visionen stecken hinter den Produkten, welche Vision von Gesellschaft existiert? Wenn das Unternehmen den Verbraucher sieht, dann sieht es den Menschen in konkreten Lebenssituationen. Also, wie beeinflußt das Produkt den Arbeitsplatz, die Lebensverhältnisse ... wie wird sich das Spiel zwischen Arbeit, Freizeit, kulturellen und sonstigen Lebensinteressen entwickeln?Und diese Analyse soll von der Kultur geliefert werden - das Kulturprogramm als ein Korrektiv für Produkt und Gesellschaft?
Im klassischen bürgerlichen Verständnis sind die Bereiche strikt getrennt: da ist hier die Kultur, die Politik und die Gesellschaft und auf der anderen Seite die Ökonomie.
Ich kann mich erinnern, daß noch in den sechziger Jahren an einer großen Werkstatt ein Schild mit der Aufschrift "Hier verlassen Sie den öffentlichen Sektor" stand. Es ist doch interessant, man kann innerhalb von einem Meter zwei Welten betreten. Im Endeffekt beschäftige ich mich genau damit, denn Unternehmen entfernen sich, wenn sie sich zu sehr mit sich selbst beschäftigen, vom Leben.
Kulturelle Offenheit und Beweglichkeit bringt unglaublich viel Transfer, erhöht den Blutkreislauf des Unternehmens und schafft damit einen anderen Menschentyp. Jemand der freundlich und interessiert ist führt dazu, daß die Türen eher offen sind, als bei den klassischen Unternehmen des 19. Jhd, die preußisch und Hierarchie bezogen den Gang in das 21.Jhd. nicht mehr antreten können.
Soviel dazu, weil sie nach Kunst als Korrektiv fragten, das hat mich im Prinzip nie interessiert. Das ist ein typisches Wohlstandsprodukt der achtziger, das ich nicht ganz abschmettern möchte, weil es auch einiges bewirkt hat. Als die Poster und Kalender in den Büros durch Grafiken und Bilder ersetzt wurden entstand der Begriff des Art-Consulting, aber wenn das nicht mit Herz gemacht wurde, hat es eigentlich nicht mehr erreicht als zu dekorieren und Umsätze in andere Kanäle zu verlagern.
Das Dilemma sieht man heute, wenn Unternehmen auf drittklassigen Arbeiten rumsitzen und sich geprellt fühlen. Die Frustration des Kultursponsoring der Neunziger resultiert ja aus dieser falschen Sichtweise, bei der Kunst eben immer ein exteritorialer Ort geblieben ist und bestenfalls als Exot gefeiert wurde.Man hat sich doch aber seitens der Ökonomie in den achtziger Jahren viel von dem Kultursponsoring erhofft. Es sollte soetwas wie Erkenntnis aus den Werken filtriert werden. Für die Künstler war es logisch, weil existensichernd, sich darauf einzulassen, die Entwicklung ging aber weiter: Heute wird zwar weniger Kunst gekauft, aber die Analysen von künstlerischen Strukturen, Denkweisen und logistischen Systemen sind intensiver geworden. Die Auseinandersetzung ist auf einem höheren Niveau, aber die ökonomische Grundlage für die Künstler bröckelt. Es werden Interviews und Gespräche geführt, welche mit einem Händedruck bezahlt werden. Die Frage stellt sich also nach der Verantwortung, denn ein Gleichgewicht löst sich auf und wenn die Kooperation produktiv sein will, dann müssen doch auch tragfähige andere Modelle entwickelt werden?
Da gibt es sicher einen ganzen Bogen von Möglichkeiten. Wenn ich von Wirtschaft als Kulturfaktor rede, gehe ich einen Schritt weiter, weil ich meine, daß die Herausforderung in einem neuen Verständnis von Ökonomie liegt. Man wird sich kaum noch gegen die Ökonomisierung der Lebensbereiche wehren wollen oder können. Man braucht ganz andere Modelle, man braucht Partnerschaften zwischen der Ökonomie und der Kultur; ein mehr an Aufeinanderzugehen, ein mehr an Verständnis. Aber um konkret auf Ihre Frage zurückzukommen, die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Unternehmen muß man sich sehr unterschiedlich vorstellen. Es gibt einen Künstler und Kunstvermittler in Tübingen der lädt Unternehmer ein, anhand von Bauten in Rom über Visionen und Zukunftsorientierung zu sprechen. Er nimmt zum Beispiel einen berühmten Kuppelbau, der angefangen wurde zu einem Zeitpunkt als niemand wußte, wie solch eine Kuppel realisiert werden könnte. Das Interessante ist doch hier, wie Künstler sich weit über ihren Lebenshorizont hinaus, auf ein solchen Prozeß eingelassen haben, weil sie sicher waren, daß im Verfahren der Lösungsweg gefunden wird. Das Gebäude ist gebaut worden, also ist bewiesen, daß sich im Prozeß eine Vision der Realisierung nähren kann. Wie kann ich in einem Unternehmen, wenn mir gar nichts mehr einfällt, aus dem Teufelskreis hinaus treten und mich positiv animieren lassen? An diesem Punkt sind Künstler die geeigneten Strategen, die permanent das Unmögliche beginnen und an diesem Punkt die progressivste Berufsgruppe darstellen. Sie müssen fortwährend ihre Arbeit selber organisieren, es gibt kein Vorbild, eine Künstlerkarriere ist nicht planbar. Er muß permanent gegen seine Ängste arbeiten, muß sich im höchsten Maße ständig organisieren - der Künstler ist ein komplettes Denk- und Handlungssystem. Insofern ist er natürlich ein interessanter Gesprächspartner, wenn es darum geht das Neue oder das Andere zu finden, ungewöhnliche Schritte zu suchen, um Probleme zu lösen. In solche Zusammenhänge lade ich immer gerne Künstler ein, die dann berichten, wie sie mit ihrer Arbeit umgehen und dadurch neue Wege eröffnen. Das kann ein wunderbares Brainstorming bedeuten indem beide Seiten voneinander profitieren. Als Beispiel: Zwischen den Sony-Technikern und den Künstlern der letzten Documenta ist ein Dialog entstanden, der zu regelrechten Verbrüderungen führte. Die Fragen die dort gestellt wurden, wären im Normalfall, wenn sie schriftlich eingereicht worden wären, als absurd und hirnrissig empfunden worden. Aber dann plötzlich zu verstehen, das die Technik zu einem Ausdrucksmittel wird, welches hilft den Inhalt zu gestalten, führte dazu, daß sich die Techniker ganz anders angesprochen gefühlt haben. Und es gibt mittlerweile Leute bei Sony die echte Fans sind, die sich mit Künstler treffen, sammeln usw.
Wie gestaltet sich denn das Sony-Kulturprogramm konkret, ist es in der Hauptsache auf die Veröffentlichung angelegt oder sind auch interne Prozesse teil des Konzeptes?
Es gibt natürlich einen großen Teil von Veranstaltungen, die sich nach außen richten, aber eben auch ein große interne Präsens des Themas, z.B. in den hauseigenen Medien. Besonders zu Zeiten der Documenta wurden Reisen organisiert, es wurde erklärt was das eigentlich für eine Veranstaltung ist, worum es da geht usw. Udo Kittelmann und Catherine David waren im Unternehmen oder es gibt Künstler mit denen Sony zusammenarbeitet, die natürlich im Unternehmen auftauchen, das heißt aber trotzdem nicht, daß alles so selbstverständlich wäre, daß Künstler im Arbeitsalltag zu Projekten dazustossen würden. Dies hat vor allem damit zu tun, daß Sony hier in Deutschland kaum produziert, sondern eine reine Vertriebsgesellschaft ist, bei Produktionsbetrieben sieht das ganz anders aus. Bei der Produktion ist der Zusammenhang viel deutlicher und vorgegeben, als bei Versicherungen oder Banken, denen meiner Meinung nach oft die Beziehung zum Produkt fehlt. Nicht ohne Grund waren Banken und Versicherungen die großen Käufer der Kunst, denn dort ersetzt die Kunst praktisch das Produkt und wird zum inhaltlichen, identitätsstiftenden Mittel.
D.h. ein Ziel des Kulturprogramm ist die Kommunikation zwischen Partnern, die in einem bürgerlichen Verständnis als Antipoden gelten?
Das Kulturprogramm ist auf fünf Jahre angelegt und wir haben fünf Förderschwerpunkte oder Strategien:
Punkt 1: Sony fördert die Zusammenarbeit zwischen Kunst und Medien: Medienkunst. Das ist natürlich der wesentlichste Punkt, denn wenn sich Unternehmen als Kulturfaktoren verstehen wollen, als die gesellschaftliche Kultur prägend, müssen sie zuerst über ihre eigene Tätigkeit nachdenken. Das schmerzt vielleicht den Künstler und den Galeristen, aber man ist dann natürlich weg vom Einkaufen von Bildern. So wie man Kunst sammelt hat das überhaupt nichts mit einem irgendwie gearteten Unternehmenserfolg zu tun, deshalb muß man die bildende Kunst an dieser Stelle raus lassen.
Punkt 2: Wir fördern den Dialog zwischen Medien und gesellschaftlicher Entwicklung. Hierzu gehören die SONY- Foren, mit denen wir dieses Jahr am 8.10 im Literaturhaus München anfangen. In Zusammenarbeit mit dem Medienforum dort, wird es drei Diskussionsrunden geben: Das Wissen, Der Mensch, Die Medien. Wir suchen uns immer Partner für diese Reihe, so wird die zweite Veranstaltung in Frankfurt und die dritte im Designzentrum in Berlin stattfinden. Bei jedem Forum geht es um den Blick in andere Felder hinein und um Dialoge, die durch den Gegenstand der Unternehmen ausgelöst werden.
Punkt 3 wären internationale Events und Ausstellungsprojekte wie zum Beispiel die Documenta. Man braucht natürlich auf der einen Seite die großen Veranstaltung, aber auch junge Nachwuchstalente, was sich in der Förderung der Medienhochschule Köln widerspiegelt, d.h. Wissenschaft und Bildung als 4 Förderschwerpunkt.
Punkt 5 ist dann die Förderung an den Standorten, d.h. Köln und Berlin als Firmensitze von Sony unterliegen einer Art Standortpflege. Zum einen wohnen dort viele Mitarbeiter, zum anderen ist man natürlich Corporate Citizen und versteht sich als guter Mitspieler bei der Förderung von großen Projekten, die im Sinne der städtischen Entwicklung sind.
Es geht also um die Förderung des Dialoges zwischen unterschiedlichen Bereichen, die sich aus der Arbeit von Sony selbst ergeben und zum anderen um Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung. Wobei es auch Förderungen gibt die einer gewissen Kontinuität des Unternehmens folgen, wenn zum Beispiel Nam June Paik nun in Bremen ausgestellt wird ist klar das Sony das Unterstützt, denn er ist der erste der von Sony gefördert wurde und derjenige, der das Unternehmen in die Kunst eingebunden hat.
Was die interne Kommunikation betrifft, so sind wir zur Zeit dabei zusammen mit dem Personalchef auch dort ein langfristiges Konzept zu entwickeln, das den Mitarbeitern mehr Zeit für Vorschläge und konkrete Mitarbeit einräumt. Bis jetzt hat sich das mehr oder minder an den jeweiligen Ereignissen entlang gehangelt.D.h., daß vor dem Hintergrund des einen, nämlich des kapitalistischen, Wirtschaftssystems mittels der Kultur Unternehmen sich einer gesellschaftlichen Verantwortung stellen, um letztlich am Puls des Marktes ihr Produkt weiterzuentwickeln.
Die kurzfristigen Handlungen, die nur auf den eigenen Vorteil schauen, können von einem System auf Dauer nicht verstanden werden. Wer gesellschaftliche Strukturen wirklich ernst nimmt, d.h. an einer prosperierenden Gesellschaft interessiert ist, der muß auch immer ein bißchen mehr als normal tun, damit es auf ihn wieder zurückschlägt. Das gute Image von Sony ist letztlich nicht nur eines der guten Produkte, sondern vor allem trägt das Produkt an sich schon einen kulturellen Mehrwert. Diesen Effekt können sie nicht nur durch ein ausgefallenes Marketing erreichen, vielmehr muß die Glaubwürdigkeit aus dem Produkt kommen und aus der Haltung des Unternehmens, erst dann funktioniert es. Es bringt überhaupt nichts das Öl auf dem Acker zu entsorgen und fleißig schöne Kunst zu kaufen, was ja auch einige probiert haben.
Die Legende um die Erfindung des Walkman besagt, daß den Techniker ein Stück Holz vorgelegt wurde mit dem Auftrag einen Kassettenrecorder zu bauen, der die Größe des Holzklotzes hat. Nichts weiter. Aufgrund dieser nicht weiter kommentierten Vorgabe, sei man auf die Idee gekommen, den Lautsprecher wegzulassen und statt dessen nur einen Kopfhöreranschluss einzubauen...
Ja, die legende um den Walkman ist vielschichtig. Aber ich hake da gleich ein, weil es genau den Kernpunkt trifft. Gedacht an das was danach kommt hat überhaupt niemand, sondern das zeigt nur wieder das der Erfolg mittelbar und zufällig ist, wobei der Zufall ersteinmal eintreten muß und genau dafür muß eine Struktur geschaffen werden. Man spricht von den weichen Faktoren, die letztlich nicht beweisbar sind, aber das kulturelle Klima, die Kommunikation schafft die Grundbedingungen für den Erfolg eines Unternehmens. Der Künstler kann helfen, vielleicht genauso an eine Sache heranzugehen, denn er stellt sich doch permanent die Frage, was er aus diesem Rohstoff, aus diesem Bild im Kopf machen kann...
Wobei doch die Frage ist, inwieweit man hier Kunst mit Kreativität verwechselt?
Letztlich ist Kunst Kunst und nichts anderes, genau wie Ökonomie zu aller erst Ökonomie ist. Mein Denken zielt darauf das Gesellschaft nicht nur eine PR Nummer ist. Der Dialog muß aufgenommen werden, wobei durch kreative oder noch so künstlerische Absichten in einem Unternehmen nicht die Fragwürdigkeit einer ökonomischen Maßnahme wegkaschiert werden darf. Interessant ist es den Künstler einzuladen um sich mit seinen Denkansätzen, die sich in seinem Werk oder durch ihn selbst artikulieren, auseinanderzusetzen. Der Versuch des entschlüsselns, inszeniert Denkvorgänge und trainiert auf eine ungewöhnliche Weise Denken im Hinblick auf gesellschaftliche Fragestellungen. Künstler als Innovatoren, als Menschen die sich in dieser kurzlebigen, arbeitsteiligen, erfolgsorientierten Ökonomie über generelle Fragen Gedanken machen. Im Grunde um über den Tellerrand zu gucken und Sinnfragen überhaupt wieder zu stellen. Wir leben in einer Zeit in der sich die Menschen alleine fühlen und Künstler sind diejenigen, die am sensibelsten auf soetwas reagieren und in einem Unternehmen wieder Schlüsselfragen stellen. Natürlich kann das Einlassen darauf für ein Unternehmen an die Substanz gehen, weil sie sich fragen müssen, ob das was sie tun überhaupt mit irgendeiner Substanz versehen ist.
erschienen in revision 02 - november 1998