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19.10.2000
Unternehmen müssen die Gesellschaft stärker mitgestalten
Götz W. Werner, Geschäftsführender Gesellschafter von dm-drogerie markt.
Der Text ist auf der Homepage www.dm-drogeriemarkt.de unter Reden und Veröffentlichungen zu finden

"Meine sehr verehrten Damen, sehr geehrte Herren,
dm-drogerie markt ist ein erfolgreiches Unternehmen. Unsere Umsätze steigen national und international, unsere Erträge stimmen, wir bieten mehr und mehr Menschen Arbeitsplätze. Diese Art der Erfolgsdarstellung kennen Sie.
Ich halte es jedoch für einen Trugschluß, wenn immer mehr Leute behaupten, die Wirtschaft steuere auf ein Oligopol der wenigen verbleibenden Global Player zu. Es werden nicht die übrigbleiben, die die höchsten Umsätze erlösen und die meisten Menschen beschäftigen; nicht die Größten, sondern die Besten werden das Marktgeschehen gestalten.
Warum ist dm-drogerie markt erfolgreich und kann es auch bleiben?
Unsere Bilanz: Erstens gelingt uns ein erfolgreiches Investitionsmanagement, zweitens beweist die Nachfrage unserer Kunden, dass wir unsere Kernkompetenz, das Angebot eines drogistischen Sortimentes, erfolgreich praktizieren und drittens gestalten wir unsere Zusammenarbeit so, dass sie von unseren Kunden als angenehm, positiv und bedürfnisorientiert erlebt wird.
Unsere Perspektive: Da wir bei der Gestaltung der Zusammenarbeit einen komparativen Konkurrenzvorteil haben, werden wir uns langfristig besser am Markt behaupten können als der Wettbewerb. Die "unternehmerische Disposition", in der sich immer mehr Mitarbeiter befinden, begünstigt ein noch erfolgreicheres Investitionsmanagement und ermöglicht attraktivere und immer mehr an den Bedürfnissen der Kunden orientierte Sortimente.
Lassen sie mich Bilanzierung und Perspektivplanung aus unserer Sicht erläutern: Im kommenden Jahr haben wir vor, mehr als 150 Millionen Mark in Europa zu investieren, im abgelaufenen Geschäftsjahr waren es 100 Millionen Mark. Dies geht ohne Börsengang und nahezu ohne zusätzliche Fremdmittel. Die Investitionen fließen in rund 1.300 Standorte.
Dies gelingt, weil in rund 1.300 Filialen viele Tausend Menschen ihre Aufgaben so gut bewältigen, dass wir uns diese Investitionen leisten können. Zu dieser Leistung bedarf es der Bildung und Bewusstwerdung der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bei den Beteiligten und der Gestaltung von Freiräumen und Vernetzungen, um das eigene Können und Wissen zur Entfaltung zu bringen.
Wir praktizieren deshalb auf nationaler Ebene eine weitestgehende Transparenz im Unternehmen. Die Filialen wissen nicht nur über ihre eigenen Kennziffern genau Bescheid, sie können sich auch die Unternehmenswerte bedarfsgerecht zugänglich machen. Jede Filiale setzt sich ihre eigenen Ziele, zieht ihre eigene Bilanz und handelt auf der Basis ihrer Werte. Unsere bewährte Matrixorganisation schafft zunehmend ein Bewußtsein dafür, wie die Einzelleistungen der Filialen koordiniert und mit den zentralen Dienstleistungen effizient verknüpft werden können.
Der Koordinationsaufwand wird jedoch umso geringer, je mehr es den beteiligten Teams gelingt, ihren Leistungsaustausch selbst zu steuern. So gibt es heute bereits viele Filialen, die sich gegenseitig durch direkte Zuschüsse fördern und so den Aufbau neuer Filialen ermöglichen oder Schwächephasen überbrücken helfen.
Auf diese Weise entsteht eine völlig neue Kultur der Zusammenarbeit. Den Mitarbeitern bei dm wird in doppelter Hinsicht das Tätigsein für andere bewußt. Gegenüber den Kunden und gegenüber den Kollegen.
Unser Credo lautet daher: Je mehr Menschen im Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Kunden selbständig wahrnehmen können, desto unternehmerischer wird das Unternehmen.
Ein Beispiel veranschaulicht diese Zielsetzung:
Um ein Bewußtsein für das Tätigsein für die Kunden zu schaffen, haben wir in den zurückliegenden fünf Jahren mehr als 75.000 Interviews mit Kunden geführt und ausgewertet. Gegen die Vorbehalte der Meinungsforscher hatten wir uns dafür entschieden, als Interviewer Menschen zu gewinnen, die bei dm ihr Einkommen beziehen. Wir können davon ausgehen, dass die Ergebnisse bei einer so hohen Fallzahl valide sind.
Der Doppelnutzen wird sofort erkennbar: Wir erhalten einerseits verwertbare Informationen über die Kundenwünsche und schaffen andererseits eine unmittelbare Lern- und Erfahrungssituation für Mitarbeiter, die nach ihrer Tätigkeit als Interviewer verantwortlich kundenorientierte Aufgaben bei dm übernehmen.
Den Interviewern wird in ihrer konkreten Arbeitssituation aber auch das Tätigsein für ihre Kollegen bewusst, da sie die vom einem Meinungsforschungsinstitut auf der Basis der Interviews erstellten Analysen mit den Filialteams besprechen, in deren Märkten die Kunden befragt wurden.
An diesem einzeln herausgegriffenen Beispiel wird eine Kulturleistung deutlich, die sich bei dm etabliert: Die Kollegen "lernen zu Lehren, um lehrend zu Lernen". Dadurch entstehen Werte, die zwar nicht unmittelbar in die Bilanz eingehen, die aber umso mehr die entscheidenden Faktoren des Erfolges bilden. Den beteiligten Menschen und dem Unternehmen erwächst einen Nutzen, denn:
- der Qualifizierungsprozess steigert die Leistungsfähigkeit des Unternehmens,
- die individuelle Fortbildung wirkt sich in Summe auch über den Unternehmenszweck hinaus auf das Bildungsniveau der Mitarbeiter als ein Lebenswert aus,
- das gesellschaftliche Umfeld des Unternehmens erfährt durch die Ausstrahlung einer Unternehmenskultur des Lernens Anstöße zur Entwicklung seiner kulturellen Werte.
Insofern mag es nicht abwegig erscheinen, wenn wir bei einer solchen Gestaltung der Unternehmenskultur auf den erweiterten Kunstbegriff von Joseph Beuys Bezug nehmen. Die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und sozialer Prozesse sah Beuys als eine unmittelbar künstlerische Tätigkeit. Er nannte dies: Arbeiten an der Sozialen Skulptur. Wir sehen den Erfolg unseres Wirtschaftens nicht nur an den üblichen Meßzahlen, sondern auch an dem Grad, in dem wir den Mitarbeitern eine konkrete Chance bieten, Mitgestalter der "Sozialen Skulptur" zu werden. Wenn dieses hohe Ziel - und wenn auch nur in kleinen Teilen - erreicht wird, entsteht eine Gemeinschaft der Mitarbeiter, die im Sinne von Joseph Beuys zum Bild der großen Gesellschaft werden kann.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit."
 

19.10.2000
dm ist Spitzenklasse in Köln - 86 Nationen bilden eine Arbeitsgemeinschaft
Michael J. Kolodziej, Mitglied der Geschäftsleitung, verantwortlich für das Ressort Unternehmenskommunikation und Logistik sowie für die Region Köln/Bonn
Der Text ist auf der Homepage www.dm-drogeriemarkt.de unter Reden und Veröffentlichungen zu finden

"Guten Tag, meine sehr geehrten Damen und Herren,
all business is local. In Zeiten der Globalisierung und einem weltweiten Siegeszug des Internets gerät diese Grundbedingung des Handels manchmal in Vergessenheit. Bei dm sind wir uns unserer lokalen Aufgaben aber sehr wohl bewusst. Daraus resultiert nicht zuletzt die Kundennähe und Verwurzelung, die sich dann in den positiven Meinungen der Menschen über uns widerspiegelt. Denn Meinungsbildung passiert "local".
Hier in Köln, wo wir derzeit mit 26 Filialen vertreten sind, registrieren wir täglich mehr als 30.000 Kundenbesuche. Pro Jahr haben die rund eine Million Kölnerinnen und Kölner - statistisch gesehen - neun Mal Kontakt zu dm. Viel Gelegenheit also, um sich eine Meinung zu bilden. Und deshalb freut es mich auch besonders, dass gerade die Menschen in Köln eine sehr hohe Meinung von uns haben, wie die im März diesen Jahres veröffentlichte Studie "Kölner Spitzen" zur Service-Qualität von 100 Kölner Unternehmen ergab. In dem Ergebnisbericht der Meinungsumfrage heißt es - ich zitiere: "Die Kette dm ragt deutlich aus dem Feld heraus" - und weiter - "super, die beste Kette überhaupt."
Dank dieser Beurteilungen gehört dm zur "Kölner Spitzenklasse" der Unternehmen mit dem besten Service. Für uns ist das Lob und Ansporn zugleich. Deshalb wollen wir unsere zusätzlichen Serviceleistungen in den Filialen weiter ausbauen. So beschäftigen die Filialen in Köln und Umgebung inzwischen drei Kosmetikerinnen in Vollzeit, die ausschließlich Haut- und Typberatungen sowie Schminkaktionen für unsere Kunden durchführen. Ergänzt wird dieses Angebot seit Mitte des Jahres durch spezielle Ernährungsberatungstage, an denen eine gelernte Ernährungsberaterin zu Themen wie "Vitamine" oder "Diätkost" informiert. Insgesamt kommen so pro Monat fast 500 Stunden zusammen, die unsere Filialen in diese zusätzlichen Serviceleistungen investieren.
Es gehört zu den regionalen Besonderheiten des Rheinlandes, dass hier schon immer Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammengelebt und gemeinsam zu einem typisch rheinländischen Kulturmix beigetragen haben. Ein deutscher Melting Pot - wenn man so will. Auch dm zeigt hier im Rheinland sein buntestes Gesicht. Wir sind stolz darauf, dass allein in den 51 Filialen im Großraum Köln/Bonn und im Verteilzentrum Weilerswist/Mek-kenheim derzeit 1.876 Menschen aus mehr als 40 Nationen arbeiten. Unternehmensweit sind es sogar 86 Nationen. Zum Vergleich: Die EU hat nur 15 Mitgliedsstaaten, Europa bringt es immerhin auf 42 Staaten, aber es bedarf schon eines Großereignisses wie der Expo oder die Olympischen Spiele, um wesentlich mehr Nationen an einem Ort versammeln zu können.
In unserer Philosophie haben wir verankert, dass wir im gemeinschaftlichen Arbeiten die Individualität des Einzelnen anerkennen und jeden Mitarbeiter in seiner Persönlichkeitsentwicklung fördern wollen. Im Verteilzentrum (VZ) in Weilerswist/Meckenheim, wo neben deutsch am häufigsten türkisch, serbokroatisch, französisch oder polnisch gesprochen wird, haben wir in diesem Jahr deshalb mit einem interessanten Projekt begonnen. Wir nennen es "Fähigkeitenwerkstatt". Dabei geht es darum, durch die Beschäftigung mit künstlerischen Ausdrucksformen wie Malen, Plastizieren, Bildhauern, Musik oder Sprache Freiräume zur Persönlichkeitsentwicklung zu gestalten. An den Kursen, die von der Künstlerin und dm-Beraterin Mariott Stollsteiner gemeinsam mit jungen Kunststudenten der Alanus-Hochschule aus Alfter/Bonn geleitet wurden, haben im vergangenen Jahr über 800 VZ-Mitarbeiter teilgenommen. Schon im Mai 2001 soll die nächste Phase der Fähigkeitenwerkstatt mit neuen Kursen beginnen.
Aufgrund unserer positiven wirtschaftlichen Entwicklung - wir haben im vergangen Geschäftsjahr in Köln/Bonn und Umgebung einen Umsatz von rund 310 Mio. DM erzielt - konnten wir auch in diesem Herbst 113 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz in den Filialen oder dem VZ anbieten. Bereits im vergangenen Jahr hatte das dm-Engagement für die Drogisten-Ausbildung dazu geführt, dass in Köln erstmals zwei Drogistenklassen zustande kamen. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt bei den neuen Azubis eindeutig auf diesem anspruchsvollen Ausbildungsberuf. Insgesamt haben 34 junge Menschen ihre Ausbildung zum Drogisten in den Filialen der Region begonnen. Damit bildet dm nun über 90 Prozent aller Drogisten in Köln und Umgebung aus.
Als Arbeits- und Sozialgemeinschaft fühlen wir uns nicht nur für die fachliche, sondern auch für die persönliche Weiterentwicklung der uns anvertrauten jungen Menschen verantwortlich. Unter dem Slogan "Abenteuer Kultur" verstehen wir ein neuartiges Ausbildungsangebot, das speziell Fähigkeiten wie Ausdrucksvermögen, Präsentationskenntnisse und auch Selbstvertrauen vermitteln will. Genaueres dazu finden Sie in dem Text von meinem Kollegen und Ausbildungsverantwortlichen Rainer Kloeters. Ich möchte Ihnen hier nur von einem Pilotprojekt im Rahmen von "Abenteuer Kultur" berichten, an dem Lehrlinge aus Köln und Bonn beteiligt waren. Von März bis August haben sie sich unter Anleitung von Mariott Stollsteiner im Museum Ludwig in Köln regelmäßig mit Bildbetrachtungen beschäftigt. Bei einer Abschluss-veranstaltung vor circa 40 Gästen und Eltern hat dann jeder zwei Bilder präsentiert und besprochen.
Wir vertrauen darauf, dass Menschen, die in ihrer Arbeit mehr erfahren als nur den Arbeitsalltag, offener und selbstsicherer auf Kunden und Kollegen zugehen können. Und dass es diese Beratungssicherheit ist, die die Menschen spüren und die dm seit Jahren in der Kundengunst steigen lässt. Wirtschaftlicher Erfolg und Prosperität bleiben dann nicht aus.
Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit."